{"id":1188,"date":"2011-05-03T22:53:41","date_gmt":"2011-05-03T20:53:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xaeron.de\/?p=1188"},"modified":"2011-05-13T12:39:04","modified_gmt":"2011-05-13T10:39:04","slug":"steigender-benzinpreis-fluch-oder-segen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xaeron.de\/?p=1188","title":{"rendered":"Steigender Benzinpreis &#8211; Fluch oder Segen"},"content":{"rendered":"<p>Provokante Frage, aber welche Auswirkungen h\u00e4tte das tats\u00e4chlich? Und: Wie wird sich der Benzinpreis entwickeln?<\/p>\n<p>Zuallererst muss man vermutlich mit einer immer wieder mitschwingenden Hoffnung abschlie\u00dfen: Die Chancen, dass der Roh\u00f6l- und damit auch der Benzinpreis jemals wieder bedeutsam fallen wird, sind verschwindend gering. Das hat nach meiner Wahrnehmung zwei Kernursachen:<\/p>\n<p>Einerseits resultiert ein wesentlicher Anteil der j\u00fcngsten Preisentwicklung aus rein spekulativen Preiswetten auf den Roh\u00f6lpreis. Man k\u00f6nnte auch von Warentermin- oder Kurssicherungsgesch\u00e4ften sprechen, aber am Ende des Tages sind es schlicht und ergreifend Wetten. Und das bedeutet? Konzerne wie z. B. die Lufthansa sichern sich heute schon Kerosinpreise f\u00fcr die kommenden 24 Monate. So macht die Lufthansa das f\u00fcr sich selbst betrachtet bereits seit Jahren sehr erfolgreich und konnte damit ihren Ertrag und somit die Dividende f\u00fcr ihre Aktion\u00e4re positiv und insbesondere relativ neutral vom steigenden Roh\u00f6lpreis steuern.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDoch diese positive mikroperpektivische Wirkung hat in der Summe der globalen Auswirkung bei den \u00fcbrigen Verbrauchern zu steigenden Preisen gef\u00fchrt. Und da man in diesem Markt richtig Geld verdienen kann, tummeln sich da jetzt Konzerne und milliardenschwere Spekulanten. Tolle Sache, nicht? Tja und da in absehbarer Zeit solche spekulativen Gesch\u00e4fte weder untersagt noch mittels einer Transaktionssteuer unattraktiver werden, bleibt diese treibende Kraft f\u00fcr Preissteigerungen wohl erhalten.<\/p>\n<p>Andererseits prognostizierte der Club of Rome bereits in den Siebzigern, die Auswirkungen einer ganz simplen Situation: Die weltweiten Erd\u00f6lvorkommen sind endlich; irgendwann wird uns das Roh\u00f6l langsam aber sicher ausgehen. Und das d\u00fcrfte aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden 50-70 Jahren der Fall sein. Die Auswirkungen durften wir schon vergangenes Jahr 2010 im Golf von Mexiko erleben: Die Folgen der Katastrophe der Deepwater Horizon gehen doch ganz schlicht darauf zur\u00fcck, dass Konzerne wie BP auf dem Festland kaum mehr verwertbare \u00d6lquellen finden. Somit werden f\u00fcr Hunderte von Millionen Dollar oder Euro extrem riskante Tiefseebohrungen gestartet. Und jetzt die entscheidende Frage: Wer zahlt diese gigantischen Kosten und wer zahlt am Ende des Tages die Milliarden aus dem Disaster in 2010? Richtig, wir \u00fcber den Roh\u00f6l- und Benzinpreis. Daneben wird ein Gut mit abnehmender Verf\u00fcgbarkeit ganz automatisch teurer.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnen wir uns von sinkenden Benzinpreisen also verabschieden. Was dann?<\/p>\n<p>Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, f\u00fcr den nochmal ganz klar: Wir m\u00fcssen unsere Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen z\u00fcgigst reduzieren. Nat\u00fcrlich macht mir ein Benzinpreis von 1,70 EUR\/Liter auch keine Freude. Andererseits scheint der Kraftstoff noch nicht ausreichend teuer zu sein. Beispiele? Solange es noch immer billiger ist, Nordseekrabben zum Pulen nach Nordafrika zu fahren oder f\u00fcr Matjes in Sahne der Fisch in der Nordsee gefangen, anschlie\u00dfend in Polen mit deutschen \u00c4pfeln verarbeitet und dann bei uns wieder verkauft wird, solange kann Diesel wohl noch nicht zu teuer sein. Solange sich Menschen nach nem dicken, lauten Auto und nicht nach den sparsamsten Autos umdrehen, ist Benzin noch nicht teuer genug.<\/p>\n<p>Daneben tun wir uns doch selbst auch einen Gefallen, wenn wir auf Sparsamkeit und erneuerbare Energien umsteigen: Keine Abh\u00e4ngigkeiten von arabischen \u00d6l- oder russischen Gasquellen. Eine vergleichsweise unabh\u00e4ngige Versorgung k\u00f6nnte diese Abh\u00e4ngigkeiten beenden. Ebenfalls sollte ein steigender Benzinpreis den Erfindungsreichtum ganzer Industrien bef\u00f6rdern, uns extrem sparsame Autos, LKWs oder Heizungen zu entwickeln. Das m\u00fcssen auch irgendwann die deutschen Automobilhersteller einsehen, denn in nicht allzuferner Zeit, wird die Kundengruppe, die sich Autos mit Verbrauchswerten von mehr als 8 l\/100km leisten k\u00f6nnen und wollen auch wieder rapide abnehmen.<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr einen Wandel also.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windm\u00fchlen.&#8220;<br \/>\nChin. Weisheit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Provokante Frage, aber welche Auswirkungen h\u00e4tte das tats\u00e4chlich? Und: Wie wird sich der Benzinpreis entwickeln? Zuallererst muss man vermutlich mit einer immer wieder mitschwingenden Hoffnung abschlie\u00dfen: Die Chancen, dass der Roh\u00f6l- und damit auch der Benzinpreis jemals wieder bedeutsam fallen wird, sind verschwindend gering. 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