Schiller Klangwelten 2011 – Konzert im Capitol Offenbach

Beim ersten Lesen der Ankündigung der Tour „Klangwelten“ war ich mir ja zunächst gar nicht so sicher, was ich mir vorstellen soll bzw. erwarten darf. Und ich muss zugeben, hätte ich mir ein paar Minuten Zeit genommen um die Implikationen der Aussage „Elektronik pur“ auch wirklich zu erfassen, das Aha-Erlebnis hätte sich viel früher eingestellt. Macht nichts. So kam das Aha-Erlebnis eine Stunde vor dem Konzert beim gemeinsamen Essen und Reden mit Freunden, die auch zum Konzert gingen.

Schiller „Klangwelten“ ist eine Art Rückkehr zur rein elektronischen Musik ohne Gitarren, wie sie ja in den Tourneen vorher immer dabei waren und auch ohne Livegesang. Manchmal geistert das Statement „Back to the roots“ durch meinen Kopf, obwohl Christopher von Deylen scheinbar vieles, was sich während der Umsetzung der Studioalben für die diversen Liveauftritte an Variationen einzelner Tracks ergab, mitgenommen und viele Stücke atemberaubend gut neu aufgesetzt hatte. Er nahm also das Beste aus der Tourerfahrung und setzte es in einer minimalisierten Bühnencombo um.

Neben Christopher von Deylen stehen mit Christian Kretschmar am Keyboard sowie Cliff Hewitt und Ralf Gutske an den akustischen und den elektronischen Drums nur vier Künstler auf der Bühne. Zusammmen mit einer im Vergleich zur Atemlos-Tour technisch abgespeckten Lichtinstallation wird die Reduktion auf die elektronische Musik unterstrichen, wobei die Lichteffekte das Bühnenprogramm zu jeder Zeit perfekt untermalen. Der Sound ist zunächst zurückhaltend gewinnt aber später an Druck, was der Abfolge der einzelnen Stücke jedoch sehr entspricht. Natürlich kommen auch der von Schiller gerne verwendete 3D-Soundeffekte zum Tragen, wobei für den 100%igen 3D-Genuß Sitzplätze in der Saalmitte buchen sollte. Wie man es von Schiller ja quasi gewohnt ist, ist jeder Ton glasklar, purer Musikgenuss ist also garantiert.

Fazit: Für den Schillerfan ist es ein absolutes Erlebnis und man nimmt wieder Fährte mit der Musik aus Schillers Anfangszeiten auf, wobei hier Altes und Neues perfekt zusammengefügt werden. Ich persönlich bin absolut begeistert. Einziges Manko: Die feste Bestuhlung zwingt einen sitzen zu bleiben obwohl man häufig aufspringen und sich einfach zur Musik bewegen möchte.

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