Das Leben als Verwaltungsakt


Manchmal fragt man sich ja schon, woher die aktuelle Diskussion vom wirtschaftlichen Aufschwung stammt. Auf der deutschen Weltvorstellung kann er jedenfalls nicht basieren. Habe ich doch heute gelesen, dass der Deutsche im europäischen Vergleich der skeptischste Mitbürger mit den meisten Zukunftsängsten ist. Und da frage ich mich schon, wie will man morgen erfolgreich sein, wenn man Angst vor dem Morgen hat.

Stein des Anstoßes sind die aktuellen Nachwehen von Lisas Crash. Obwohl wir der Berufsgenossenschaft den Unfall angezeigt haben und auch schon den dafür notwendigen Fragebogen per Post geschickt haben, fragt die Berufsgenossenschaft jetzt noch mal – nur zur Sicherheit – nach, ob man denn auch wirklich zuständig sei. Da warte ich doch glatt als nächstes auf die Frage, ob Lisa sich sicher sei, dass sie jeden Tag Haare schneidet. Traurig ist das schon.

Gleichzeitig möchte die Versicherung wissen, ob nach dem Unfall ein Drogen- oder ein Alkoholtest vorgenommen wurde. Ich meine, klar doch, meine Frau haut sich jeden Morgen bevor sie zur Abfährt und dort zehn Stunden hart arbeitet ne halbe Pulle Alk rein oder wie? Also so ein klein wenig verarscht fühlt man sich da schon. Ist doch nachvollziehbar, oder? Und überhaupt musste die Versicherung bevor sie den Gutachter beauftragte ihre Eintrittspflicht prüfen. Wie bitte? Hauptsache erstmal abwiegeln und versuchen aus der Nummer rauszukommen. Kein Wunder, dass hier einige alles schwarz sehen, echt ……

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