Weltweite Wirtschaftskrise: Eine Stellungnahme

Ich habe lange überlegt, ob und was ich zu diesem Thema posten soll bzw. will. Immerhin erlebe ich dieses Thema sehr, sehr vielschichtig.

Auf der einen Seite ist da ein gewisses triumphales Gefühl, wollte mir schon zu BWL-Studienzeiten der volkswirtschaftliche Mehrwert von den schon damals gestrickten SPVs für die gebündelte Veräußerung von Kleinkrediten nicht einleuchten. Zumal mir nicht nachvollziehbar erschien, warum eine Bank erst Darlehen vergibt, um sie dann weiterzuveräußern. Dass nun also am Ende des Tages Bankvorstände ihren Job los sind, die nicht mal ihre eigenen auf diesen Produkten aufsetzenden Geschäfte verstanden haben, ist also nur mehr als fair. Und mit nem Banker, der einst sechsstellig verdiente und jetzt keinen Job mehr hat, verbindet mich auch kein wirkliches Mitleid.

Mitleid habe ich mit denen, deren Altersvorsorge jetzt zu großen Teilen futsch ist, die den tollen Tipps der Politik vertraut haben und ihr Geld dem Kapitalmarkt anvertraut haben. Zwanzig teilweise dreißig Jahre des Sparens einfacher Leute sind da binnen Wochen wertlos geworden. So was ist traurig. Dass, die ursprünglichen Verursacher solcher tollen Produkte, die Ratingbuden (wer hat solche SPV-Kreditbündel denn als sicher eingeschätzt?) jetzt so ziemlich unerwähnt bleiben, ist fast noch trauriger.

Die Schlüsselaussage jedoch fand ich die Tage in einer Abhandlung zum Daoismus:

„Wer weiß, was genug ist, erleidet keine Schande. Weiß man aufzuhören, gerät man nicht Gefahr. So kann man lange währen“ (Abschnitt 44 des Daode-jing)

Braucht es da noch weiterer Worte?

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